Der ultimative Guide für Wandschlitze: Tipps für die Elektro- und Sanitärinstallation

Der ultimative Guide für Wandschlitze: Tipps für die Elektro- und Sanitärinstallation

Das Fräsen von Schlitzen ist ein entscheidender Arbeitsschritt bei der Hausrenovierung, insbesondere wenn es um die Unterputzverlegung von Wasser- und Stromleitungen geht. Heutzutage werden Wasserleitungen meist von der Decke abwärts an den Wänden verlegt. Daher ist es wichtig, das Verlegekonzept bereits vor Beginn der Fräsarbeiten mit dem Bau-Team genau abzustimmen.

Die Verlegung der Leerrohre für Strom richtet sich stark nach dem Bodenaufbau und dem geplanten Belag. Wenn eine Fußbodenheizung installiert wird, fräst man in der Regel Schlitze in den vorhandenen Estrich und verlegt die Heizung darüber. Wird der Boden gefliest, können die Rohre oft ohne Fräsarbeiten direkt auf dem Rohboden verlegt werden (Hinweis: In Küche und Bad sollten Stromleitungen besser nicht über den Boden geführt werden). Sollen alte Holzdielen in Altbauten erhalten bleiben, ist das Schlitzen im Boden tabu; die Leitungen müssen dann über Decke und Wände geführt werden. Hier ist eine enge Absprache mit den Handwerkern essenziell. Grundsätzlich gilt: Vermeiden Sie zu viele horizontale Schlitze (Querschlitze), da diese die Statik der Wand erheblich beeinträchtigen können!

Hier sind die technischen Vorgaben und Richtlinien unserer Bauleiter für fachgerechte Fräsarbeiten:

  1. Abmessungen: Die Schlitzbreite sollte mehr als das 1,5-fache des Rohrdurchmessers (D) betragen und mindestens 3,5 cm breit sein. Die Schlitztiefe muss so gewählt werden, dass die Putzüberdeckung nach dem Verschließen bei mindestens 10 mm (bei Wasserrohren 15 mm) liegt. Leitungen für Beleuchtung sowie Küchen-/Bad- und Klimaanlagen-Steckdosen werden in der Regel nach oben geführt; Standard- und bodennahe Steckdosen nach unten.

  2. Sicherungskasten: Da hier viele Leitungen zusammenlaufen, sollten zu breite Schlitze vermieden werden, um Hohlstellen im Putz zu verhindern. Lockere Putzschichten zwischen benachbarten Schlitzen müssen abgeschlagen werden.

  3. Abstand: Werden Leitungen parallel in Wand oder Boden verlegt, muss ein Abstand von ≈ 10 mm eingehalten werden, damit der Mörtel die Rohre vollständig umschließen kann.

  4. Betonwände: Beim Fräsen in Betonwänden darf der Bewehrungsstahl (Armierung) weder durchtrennt noch verbogen werden. Freiliegender Stahl muss umgehend vor Korrosion geschützt werden.

  5. Bodenschlitze: Die tragende Struktur des Bodens darf nicht beschädigt werden. Schlitze dürfen nur im Estrich (Ausgleichsschicht) gefräst werden und nicht tiefer als diese Schicht sein.

  6. Viertelsteinwände (sehr dünne Trennwände): Hier dürfen keine Schlitze gefräst werden.

  7. Halbsteinwände (15 cm Dicke): Keine Schlitze auf beiden Seiten exakt gegenüberliegend (Rücken an Rücken). Horizontale Schlitze sind hier komplett untersagt.

  8. Ganze Steinwände (24 cm Dicke): Horizontale Schlitze dürfen die Breite von drei nebeneinanderliegenden Rohren nicht überschreiten. Sie sind nur direkt unterhalb von Fenstern oder auf eine maximale Länge von 1 Meter zwischen zwei Punkten zulässig.

  9. Küche & Bad: Die Verlegung von Wasser- und Stromleitungen muss gut geplant sein; die Leitungen dürfen sich an den Wänden nicht kreuzen.

  10. Biegeradius: Der Biegeradius von Boden-Leerrohren muss mindestens 10D (dem 10-fachen Rohrdurchmesser) entsprechen.

  11. Hohlblocksteine: In Wände aus Beton-Hohlblocksteinen sollten keine Schlitze gefräst werden. Hier empfiehlt sich eine Vorwandinstallation (z.B. aus Gipskarton) oder die Verwendung massiver Leichtbausteine.

  12. Aufbauhöhe: Die notwendige Aufbauhöhe für eine Fußbodenheizung muss unbedingt einkalkuliert werden.

Wir hoffen, diese Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr Renovierungsprojekt sicher und professionell umzusetzen!

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